Die Aufgaben eines Greenkeepers gehen weit über das Mähen von Grüns und Fairways hinaus. Stephan Hoyer, Leiter des Greenkeeping-Teams und Prokurist der Golfanlage Hof-Gattendorf, beschreibt seinen Arbeitsalltag als abwechslungsreich und stark von der Natur geprägt.
„Jeder Tag ist anders, jeden Tag überrascht uns die Natur“, erklärt Hoyer. Raureif, Nebel, Windbruch, Tierkot, Maulwurfshügel, Pilzbefall auf den Greens oder überflutete Bunker nach Starkregen gehören ebenso zu den Herausforderungen wie der Schutz von Brutplätzen seltener Vogelarten.
Ein wichtiger Grundsatz der Golfanlage lautet: nicht gegen, sondern mit der Natur arbeiten. Große Bereiche des 52 Hektar großen Geländes werden extensiv bewirtschaftet und bewusst der Natur überlassen.
Wildblumenwiesen schaffen wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und zahlreiche weitere Insekten. Auch Hasen, Dachse, Greifvögel und Rehe finden auf dem Gelände Rückzugsräume.
In den vergangenen Jahren wurde die Anlage stark durch den Borkenkäferbefall verändert. Nach dem Verlust großer Fichtenbestände waren umfangreiche Rodungen notwendig. Anschließend entstanden neue Pflanzflächen mit tiefwurzelnden Obstbäumen.
Heute befindet sich hier nach Angaben der Golfanlage die größte Streuobstwiese im Landkreis Hof mit Wildapfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen. Einige abgestorbene Fichten und Lärchen blieben bewusst stehen und dienen als wertvolle Totholzflächen für Insekten, Igel, Vögel und Amphibien.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem verantwortungsvollen Umgang mit Wasser. Für die Bewässerung der Golfanlage wird kein Trinkwasser verwendet.
Niederschlagswasser wird über Drainagen in den Anlagenteich geleitet und von dort für die Beregnung genutzt. Junge Bäume erhalten zusätzliche Unterstützung durch sogenannte Baumbäder – wassergefüllte Säcke, die das Wasser langsam und kontinuierlich an die Wurzeln abgeben.
Zu den regelmäßigen Tätigkeiten des Greenkeeping-Teams gehören neben der Pflege der 18 Spielbahnen auch die Landschafts-, Baum- und Teichpflege.
Darüber hinaus werden Bodenproben für physikalische Analysen entnommen sowie Maschinen und Fahrzeuge gewartet. Die Arbeit erfordert Fachwissen, Flexibilität und ein gutes Verständnis für natürliche Prozesse.
Für Stephan Hoyer macht genau diese Vielfalt den besonderen Reiz seines Berufs aus. Die Arbeit in und mit der Natur bringt täglich neue Herausforderungen und Erfahrungen mit sich.
„Jeder Tag ist anders, jeden Tag überrascht uns die Natur.“